"Was Ihr Wollt" von William Shakespeare. 2015 im TAM OST, Bild: Albert Aschl

THEATER, THEATER…

„„Hoffentlich spielen sie es so, wie es ist.“

…so lässt Lutz Hübner zu Beginn von „Gretchen 89ff“ eine seiner beiden Figuren ansetzen. Und obwohl ich als Redner und Dozent ja schon sehr gezielt mit Körper, Sprache und Ausdruck arbeite, gibts durchaus noch etwas, das meinen ganz persönlichen Spaß an diesen Themen vervielfacht: die ausgeprägte Liebe zur Schauspielerei.

Hinweis: Das Titelbild dieser Seite ist übrigens von Albert Aschl und stammt aus der finalen Szene von Shakespeares „WAS IHR WOLLT„, inszeniert 2015 von Stefan Vincent Schmidt im Rosenheimer TAM OST. Ich spielte „Malvolio„, den Herrn mit den gelben Strümpfen, Majordomus von Lady Olivia (rechts)…
Weitere Bilder siehe hier: https://photos.app.goo.gl/CTdsZi07Wqnv6bq22

Der Hang zur Bühne hatte mich bereits in der Realschulzeit gepackt. Wohl auch, weil ich über meine Großeltern mütterlicherseits wusste, dass die beiden in der Vorkriegszeit feste Engagements an einer Cottbuser Opernbühne gehabt hatten. Mehr wusste ich allerdings nicht. Aber natürlich wollte ich schon als Jugendlicher herausfinden, ob ich da „was geerbt“ haben könnte.
Hatte ich wohl…irgendwie, was ich damals in zwei Schultheaterstücken erproben durfte.

Nahezu zeitgleich und im Zusammenhang mit der Breakdance-Welle in den Achtzigern, schaffte ichs zusammen mit der damaligen Streetdance Clique, meines Wissens nach wenigstens zwei Mal ins Fernsehen. Genauer, ins Vorabendprogramm des WDR Köln. Nichts großes oder weltbewegendes, aber immerhin… 😉
(Übrigens weiß ich seit dem verunglückten Ende eines Drehtags auf der abendlichen Domplatte, dank (m)eines „bei der Landung verendeten dolphin dives„, auch heute noch ziemlich genau, wofür das ‚Break‚ in Breakdance tatsächlich steht…)

Schnitt, weiche Blende auf 2007

So richtig weiter gings mit der Amateurkarriere aber erst 2007.
Ein heutiger Freund und Bühnenkollege fragte mich, damals noch als einer meiner begeisterten Seminar-Teilnehmer, ob ich nicht Lust hätte „mal richtig“ Theater zu spielen. Dann erzählte er mir in bunten Farben vom Rosenheimer Theater TAM OST. Besser gesagt davon, dass dort gerade ein Schauspieler für ein geplantes Theaterkabarett gesucht würde.

Zeit hatte ich eigentlich keine, Lust aber schon. Und einfach „Nein!“ zu sagen wäre ja auch höchst unhöflich gewesen. Also lernte ich kurz darauf den Regisseur kennen, überflog im Gespräch das Skript zu „Gretchen 89 ff.„, ein fabelhaftes Kabarettstück von Lutz Hübner für 2 Personen, mit 10 Szenen und ebenso vielen zu spielenden Figuren pro Schauspieler – und was soll ich sagen? Eigentlich waren meine Tage zu der Zeit schon mehr als gut ausgefüllt, doch kurz nach diesem Gespräch gings für mich endlich wieder auf die Bretter die die… na, Sie wissen schon.

Heute

Die Schauspielerei ist heute für mich nicht nur bevorzugte Freizeitgestaltung (und echt gut fürs Hirn!), sondern auch fruchtbare Erfahrungsgrundlage, sowohl für die Lehrtätigkeiten, als auch fürs Coaching und die therapeutische Arbeit, speziell im psychologischen Bereich. Die Bühnenarbeit ermöglicht bis dahin ungeahnte Einblicke, nicht nur ins eigene Innenleben.

Auf die gelegentlich mal aufkommende, dann auch durchaus ernst gemeinte Frage, ob ich denn nicht auch mal „was ganz anderes“ machen wolle, also sowas im Fernsehen oder fürs Kino, kann ich nur ebenso realistisch antworten: Aber klaaaar doch, warum auch nicht? Die Welt wartet! Wo soll ich unterschreiben? 

Ich sehs entspannt, denn bei all den Gelegenheiten, die mir das Leben bisher servierte, könnte sowas ja durchaus auch noch kommen. Also Hollywood, Bollywood und Babelsberg, ihr wisst wo ihr mich findet… 😉

JAHR ROLLE(N) STÜCK VON AKTEURE 
2018  Regisseur Lloyd Dallas DER NACKTE WAHNSINN Michael Frayn
Deutsch von Ursula Lynn

8

2018 Bankfilialleiter Götz DER KREDIT
(Schauspiel & Co-Regie)
Jordi Galceran
Deutsch von Stefanie Gerhold

2

2017 Georg Hauer,
Bürgermeister F.X. Meier
TANNÖD
(Schauspiel & Einzelregie)
Andrea Maria Schenkel
Bühnenfassung: Maya Fanke und Doris Happl
9
2016 Geschworener Nr. 7 DIE 12 GESCHWORENEN Reginald Rose
Deutsch von Horst Budjuhn
13
2015 Malvolio WAS IHR WOLLT William Shakespeare 12
2015 Max Klein LETZTE NACHT“ (Uraufführung) Alexander Zinn 7
2014 Regisseur ROCKING CHRISTMAS Ensemble-Produktion 4
2013 Direktor, Wagner, Bürger, Geselle in Auerbachs Keller FAUST J. W. von Goethe 13
2013 Alexej Schupanski KOMÖDIE IM DUNKLEN Peter Shaffer 8
2012 Wohl EIN SOMMERTAG Sławomir Mrożek 3
2011 Dr. Michail Lwowitsch Astrow ONKEL WANJA Anton Tschechow 8
2008 Kurt PLAY STRINDBERG Friedrich Dürrenmatt 3
2007 10 verschiedene Figuren GRETCHEN 89 ff Lutz Hübner  2