"Was Ihr Wollt" von William Shakespeare. 2015 im TAM OST, Bild: Albert Aschl

THEATER, THEATER…

„„Hoffentlich spielen sie es so, wie es ist.“

…so lässt Lutz Hübner zu Beginn von „Gretchen 89ff“ eine seiner beiden Figuren ansetzen. Und obwohl ich als Redner und Dozent ja schon sehr gezielt mit Körper, Sprache und Ausdruck arbeite, gibts durchaus noch etwas, das meinen ganz persönlichen Spaß an diesen Themen vervielfacht: die ausgeprägte Liebe zur Schauspielerei.

Hinweis: Das Titelbild dieser Seite ist übrigens von Albert Aschl und stammt aus der finalen Szene von Shakespeares „WAS IHR WOLLT„, inszeniert 2015 von Stefan Vincent Schmidt im Rosenheimer TAM OST. Ich spielte „Malvolio„, den Herrn mit den gelben Strümpfen, Majordomus von Lady Olivia (rechts)…
Weitere Bilder siehe hier: https://photos.app.goo.gl/CTdsZi07Wqnv6bq22

Der Hang zur Bühne hatte mich bereits in der Realschulzeit gepackt. Wohl auch, weil ich über meine Großeltern mütterlicherseits wusste, dass die beiden bis in die Kriegszeiten hinein als Theaterschauspieler und Opernsänger u.a. feste Engagements an einer Cottbuser Opernbühne gehabt hatten. Mehr wusste ich allerdings nicht. Aber natürlich wollte ich herausfinden, ob ich da „was geerbt“ haben könnte.
Hatte ich wohl…irgendwie, was ich damals in den beiden Schultheaterstücken „Flora und Florian“ (1981)  von Peter Laaf und „Robinson soll nicht sterben“ (1983) von Friedrich Forster erleben und erproben durfte. Das Theater hieß und heißt noch heute  „Kritische Rampe„. Und das Ensemble rekrutierte sich schon damals aus den Schülern der Geschwister-Scholl-Realschule in Köln Ehrenfeld, seinerzeit geleitet von meinem Geschichtslehrer Peter Laaff. Archivinfo

Nahezu zeitgleich und im Zusammenhang mit der Breakdance-Welle in den Achtzigern, schaffte ich es zusammen mit der damaligen Streetdance Clique meines Wissens nach wenigstens zwei Mal ins Fernsehen. Genauer, ins Vorabendprogramm des WDR Köln. Nichts großes oder weltbewegendes, aber immerhin… 😉

(Übrigens weiß ich seit dem verunglückten Ende eines Drehtags auf der abendlichen Domplatte, dank (m)eines „bei der Landung verendeten dolphin dives„, auch heute noch ziemlich genau, wofür das ‚Break‚ in Breakdance tatsächlich steht…)

Schnitt, weiche Blende auf 2007

So richtig weiter gings mit der Amateurkarriere aber erst 2007.
Ein heutiger Freund und Bühnenkollege fragte mich, damals noch als einer meiner begeisterten Seminar-Teilnehmer, ob ich nicht Lust hätte „mal richtig“ Theater zu spielen. Dann erzählte er mir in bunten Farben vom Rosenheimer Theater TAM OST. Besser gesagt davon, dass dort gerade ein Schauspieler für ein geplantes Theaterkabarett gesucht würde.

Zeit hatte ich eigentlich keine, Lust aber schon. Und einfach „Nein!“ zu sagen wäre ja auch höchst unhöflich gewesen. Also lernte ich kurz darauf den Regisseur kennen, überflog im Gespräch das Skript zu „Gretchen 89 ff.„, ein fabelhaftes Kabarettstück von Lutz Hübner für 2 Personen, mit 10 Szenen und ebenso vielen zu spielenden Figuren pro Schauspieler – und was soll ich sagen? Eigentlich waren meine Tage zu der Zeit schon mehr als gut ausgefüllt, doch kurz nach diesem Gespräch gings für mich endlich wieder auf die Bretter die die… na, Sie wissen schon.

Heute

Die Schauspielerei ist heute für mich nicht nur bevorzugte Freizeitgestaltung (und echt gut fürs Hirn!), sondern auch fruchtbare Erfahrungsgrundlage, sowohl für die Lehrtätigkeiten, als auch fürs Coaching und die therapeutische Arbeit, speziell im psychologischen Bereich. Die Bühnenarbeit ermöglicht bis dahin ungeahnte Einblicke, nicht nur ins eigene Innenleben.

Auf die gelegentlich mal aufkommende, dann auch durchaus ernst gemeinte Frage, ob ich denn nicht auch mal „was ganz anderes“ machen wolle, also sowas im Fernsehen oder fürs Kino, kann ich nur ebenso realistisch antworten: Aber klaaaar doch, warum auch nicht? Die Welt wartet! Wo soll ich unterschreiben? 

Ich sehs entspannt, denn bei all den Gelegenheiten, die mir das Leben bisher servierte, könnte sowas ja durchaus auch noch kommen. Also Hollywood, Bollywood und Babelsberg, ihr wisst wo ihr mich findet… 😉

JAHRROLLE(N)STÜCKAKTEURE
2019Wassili Wassiljewitsch SoljonyDREI SCHWESTERN
von Anton Tschechow
Deutsch von Thomas Brasch
12
2018
Wdh. 2019
Regisseur Lloyd DallasDER NACKTE WAHNSINN
von Michael Frayn
Deutsch von Ursula Lynn
8
2018Bankfilialleiter GötzDER KREDIT
von Jordi Galceran
Deutsch von Stefanie Gerhold
(Schauspiel & Co-Regie)
2
2017Georg Hauer,
Bürgermeister F.X. Meier
TANNÖD
von Andrea Maria Schenkel
Bühnenfassung: Maya Fanke und Doris Happl
(Schauspiel & Einzelregie)
9
2016Geschworener Nr. 7DIE 12 GESCHWORENEN
von Reginald Rose
Deutsch von Horst Budjuhn
13
2015MalvolioWAS IHR WOLLT
von William Shakespeare
12
2015Max KleinLETZTE NACHT“ (Uraufführung)
von Alexander Zinn
7
2014RegisseurROCKING CHRISTMAS
Ensemble-Produktion
4
2013Direktor, Wagner, Bürger, Geselle in Auerbachs KellerFAUST
von Johann Wolfgang von Goethe
13
2013Alexej SchupanskiKOMÖDIE IM DUNKLEN
von Peter Shaffer
Deutsch von Lüder Wortmann
8
2012WohlEIN SOMMERTAG
von Sławomir Mrożek
3
2011Dr. Michail Lwowitsch AstrowONKEL WANJA
von Anton Tschechow
Deutsch von August Scholz
8
2008KurtPLAY STRINDBERG
von Friedrich Dürrenmatt
3
200710 verschiedene FigurenGRETCHEN 89 ff
von Lutz Hübner
2