ALEXANDER SCHOENHOFF

AUTOR

Wis­sen Sie, ich lese min­destens eben­so viel und gern wie ich schreibe. Berufs­be­d­ingt mache ich das meis­tens auf elek­tro­n­is­chen Geräten. Und da wird aus entspan­ntem lesen bere­its nach kurz­er Zeit schnelles “scan­nen” ganz­er Absätze und Halb­seit­en, immer auf der Suche nach definierten Schlag­wörtern in den Sätzen um die es mir ger­ade geht. 

Elek­tro­n­is­ch­er Text ist also schon allein von der Hand­habung her aus­ge­sprochen prak­tisch. “Krieg und Frieden” kon­nte ich trotz­dem nur als echt­es Buch genießen.
Und um es ein wenig “british” auszu­drück­en, sollte mir je die Kraft mein­er Augen und/oder Hände abhan­den kom­men, käme mir das höchst ungelegen.

Text ist so manch­es. Er ist Kun­st­form, Handw­erk, Wis­sensspe­ich­er, Grund­lage, Infor­ma­tion­s­medi­um, Gestal­tungse­le­ment, Hoff­nungsträger, Füllmit­tel für Seit­en und Köpfe.

Je nach­dem was ich schreibe, ist es für mich selb­st oft so, als ob ich statt mit Bleis­tift oder Pin­sel mit Satzze­ichen und Wörtern meine Bilder male. Wel­ten baue. Gefüh­le erzeuge. Ver­ständ­nis her­beiführe. Ger­ade diese Begabung, mehr oder weniger aus dem Stand her­aus mit Worten “malen” zu kön­nen, ist für mich beson­ders dann aus­ge­sprochen hil­fre­ich, wenn ich in mein­er Prax­is Men­schen mit Hil­fe der ther­a­peutis­chen Hyp­nose behandele.

Deshalb ist das für diese Seite ver­wen­dete Titel­wort “Autor” zwar schön, aber nur bed­ingt aus­re­ichend. Näm­lich nur dann, wenn es um Geschicht­en, Romane, Erzäh­lun­gen, Gedichte geht.
Vielmehr müsste ich auch die Begriffe Schreiber, Coder, Jour­nal­ist, Tex­ter, Erzäh­ler, Forsch­er, Über­set­zer, Ver­mit­tler und Redak­teur nen­nen, denn auch deren Tätigkeit­en set­ze ich je nach Pro­jekt und Bedarf mit um. Würde aber den Titel sprengen.

Ich lief­ere also Texte für Romane eben­so wie für tech­nis­che Hand­büch­er, für Web­seit­en genau­so wie für Schu­lung­sun­ter­la­gen. Unter eigen­em Namen eben­so wie unter anderem oder für andere.

Eigentlich müsste man das was ich mache also “Tex­twerk­er” oder neudeutsch “Con­tent Pro­duc­er” nen­nen.
Aber Autor,  das klingt so schön alt­modisch, nach Kaf­fee, Schreib­mas­chine, haufen­weise Noti­zen aller Art und wahren Gebir­gen aus beschriebe­nen DIN A4-Seit­en. Auch wenn SO heute ver­mut­lich kein Autor mehr arbeitet.

Bild im Seit­enkopf: unsplash.com — by duong tran quoc — lcnwqwdz38g